Mittwoch, 13. März 2013

Rumphi


So da bin ich mal wieder, nach längerer Zeit.




Man mag es zwar nicht glauben, aber das Internet in Rumphi ist einfach noch schlechter, als das in Mulanje. Ansonsten habe ich mich aber super gut in Rumphi eingelebt. Bergig ist es hier auch aber anstatt Teeplantagen sieht man hier hauptsächlich Wald. Das Klima ist komplett anders: kaum Regen und totale Hitze den ganzen Tag, durchaus fast vergleichbar mit den Temperaturen der Trockenzeit.




 
Zu meiner Arbeit aber gleich etwas mehr, davor habe ich aber noch einen kurzen Einwurf, der in meinem letzten Blogeintrag leider vergessen wurde. Also noch einmal kurz zurück nach Mulanje und mehr oder weniger zur Apatsa Schule. Noch kurz bevor ich Mulanje verlassen habe, wurden Christina, Verena und ich vom Enkel unserer Rektorin etwas durch die Dörfer Mulanjes geführt. Hier besuchten wir zuerst eine Frau in einem kleinen (etwas abgelegenen) Dorf, die uns viele Fragen zu Kultur, ihrer Familie und Herkunft etc. erzählt hat. Wir konnten fragen, was wir wissen wollten und bekamen auf alle unsere Fragen auch Antworten. Es war sehr interessant zu sehen wie sie lebt und mit wem sie zusammen lebt. Der Mann war gerade auf dem Feld, bei der Arbeit, der Großteil der Familie war aber anwesend, so zum Beispiel ihre Mutter, ihre Tochter und ihr Enkelsohn. Es war der Wahnsinn, eine Familie in vier Generationen und das überraschendste daran war, dass ihr Mutter noch top fit war. Es würde mich also nicht wundern wenn sie noch die 5. Generation erleben würde. Dies liegt aber vor allem daran, dass es in Malawi üblich ist, meist sehr früh Kinder zu bekommen. Das Durchschnittsalter liegt, glaube ich zumindest, bei  18 Jahren, wobei es hier Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Auf dem Dorf bekommt man tendenziell schon früher Kinder, in der Stadt eher etwas später. Schließlich haben wir uns aber verabschiedet und sind ein Stück weiter in das nächste Dörfchen gefahren. Hier hat man uns gezeigt bzw. mehr erklärt wie man den traditionell malawischen, schwarz gebrannten Schnaps herstellt, natürlich auch mit einer kleinen Probe (war eher nicht so lecker).

Nach einem weiteren Abschied sind wir dann zum Abschluss des Tages noch zum Haus unserer Rektorin gefahren um Nsima zu essen und vor allem um ihr 100 Jahre alte Mutter zu besuchen. 100 Jahre in Malawi ist schon fast ein kleines Wunder, das Durchschnittsalter liegt immerhin gerademal bei  56 Jahren oder sogar noch darunter. Auch wenn sie nicht mehr viel gesehen und gehört hat, war sie doch noch so fit, dass sie sich mit uns nach draußen gesetzt hat. Anschließend sind wir dann wieder nach Hause gefahren.
 

Soviel also noch zu der Geschichte in Mulanje, jetzt aber endgültig nach Rumphi.

Am Mittwochmorgen vor 3 Wochen machte ich mich auf den Weg von Lilongwe nach Mulanje. Als ich dort mittags ankam, begann ich gleich zu packen, denn schon am Donnerstagmittag sollte ich abgeholt und nach Blantyre, zu meiner Mentorin, gebracht werden. Gesagt! Getan! Am frühen Donnerstagnachmittag kam ich also in Blantyre an, übernachtete eine Nacht bei meiner Mentorin und am Freitagmorgen ging es schon um 7:00 Uhr mit dem Axabus nach Mzuzu. Um kurz vor 18:00 Uhr kam ich dann schließlich in Mzuzu an und wurde dort persönlich, von meinem neuen Chef Peter, abgeholt und nach Rumphi gefahren. Um kurz nach 19:00 Uhr kam ich schließlich total erschöpft in Rumphi an und ging auch gleich schlafen. Da Peter die ganze nächste Woche nicht in Rumphi sein würde, zeigte er mit am Samstagmorgen sofort meinen neuen Arbeitsplatz, stellte mir die Kollegen vor und erklärte mir, was meine Aufgaben sein werden (dazu gleich mehr!). Danach brachte er mich wieder nach Hause und schickte mich ins Wochenende.

Nun zu meinem Projekt und den Aufgaben:
MVO (My Village Organisation) ist eine kleine NGO in Rumphi Bolero, die sich hauptsächlich mit dem Thema HIV/ Aids beschäftigt. Meine Aufgaben beziehen sich dabei hauptsächlich auf die Zielgruppe Jugendliche.

Jeden Montag und Freitag biete ich in Rumphi Bolero (ca. 30 min. von Rumphi entfernt) Sportclubs für die Jugendlichen an Schulen an. Zusammen mit meinem Kollegen Nelson biete ich Sportarten wie Volleyball, Basketball und Frauenfußball an, um etwas Abwechslung in den Alltag der Kinder zu bringen. In Malawi ist es in Normalfall so, dass Fuß ball von den Jungs gespielt wird und Netball von den Frauen. Auch wenn Volleyball und Basketball zwar bekannte Sportarten sind, weiß fast niemand, wie sie gespielt werden. Unser Ziel ist es also, neue Sportarten vorzustellen, zu festigen und den Kindern deutlich zu machen, dass es keine Sportarten gibt, die ausschließlich von Männern oder Frauen praktiziert werden. 
Dienstag und Donnerstag mache ich eigentlich genau das Selbe nur eben direkt in Rumphi.

Mittwochs arbeite ich auch wieder in Bolero, allerdings im Krankenhaus.  Hier bin ich meinen Kollegen dabei behilflich, Paare über HIV/ Aids zu informieren und diese zu testen (mache ich aber nicht selbst).
Das wars eigentlich schon wieder von meinem neuen Projekt. Rumphi ist wie gesagt klasse und ich habe mich super eingelebt, sowohl im Projekt als auch in meiner neuen WG.



Gleich am Samstagabend, nach meiner Ankunft hatten wir einen Mädelsabend bei uns, mit den ganzen Freiwilligenmädels aus dem Norden.

Vorletztes Wochenende sind wir am Freitagabend nach Mzuzu gefahren um mal wieder richtig zu feiern.





Am Sonntag bin ich dann, zusammen mit Maike nach Chitimba an See gefahren, einfach um zu relaxen, da wir ein langes Wochenende hatten. Montag war nämlich frei und so sind wir Montagnachmittag wieder zurück nach Rumphi. Dieses Wochenende wäre zwar eine Party in Kasungu, allerdings haben Maike und ich beschlossen, zu Hause zu bleiben um mal endlich Dinge zu machen, wie wir uns schon so lange vorgenommen hatten (z.B. Briefe schreiben).






Letztes Wochenende hat mir Maike den Fluss in Rumphi gezeigt, insbesondere eine Stelle zum Chillen ohne von irgendjemand genervt zu werden. Dort haben wir uns also erst einmal den ganzen Nachmittag hingesetzt, gesonnt und Briefe geschrieben.













Zusätzlich zu der WG mit Maike haben wir übrigens auch noch ein liebe Wachhündin, die Angie und einige Hühner, die uns auch letztes Wochenende mit süßen Küken beglückt haben.









So viel also wieder dazu. Ab jetzt heißt es nicht mehr Tionana sondern Tionanenge (bis bald), denn langsam aber sicher lerne ich jetzt Chitumbuka.

Dienstag, 19. Februar 2013

Zähne putzen und kochen

Hallihallo meine fliesigen Blogleser. Da ich in letzter Zeit soviel Nachfragen bekommen habe, warum ich denn nicht mehr schreibe, möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass ich keinen regelmäßigen und auch keinen guten Zusagang zum Internet habe und deshalb nicht mehr allzuoft Nueigkeiten posten kann. Ich versuche aber mindestens einmal im Monat einen neuen Blogeintrag zu schreiben und online zu stellen.
Nun aber erst einmal zu meinem neuen Eintrag.

Nachdem es in Mulanje endlich wieder aufgehört hatte zu regnen, wollten wir unbedingt mit unserem Stundenplan beginnen.
Zu Allem Überfluss stellten wir aber morgens fest, dass in der nacht unsere Fahrräder geklaut wurden. Wir waren alle richtig geschockt und etwas aufegschmissen, weil wir in Mulanje auf Fahrräder angewiesen sind. Dank der GIZ, haben wir aber auch ganz schnell neue bekommen und konnten letztendlich richtig durchstarten.


Als aller Erstes stand die Zahnputzeinheit auf dem Plan. Ich malte Plakate mit dem menshlichen Gebiss (Milchzähne und ausgewachsenes Gebiss) und von Verenas und Christinas Spendengelder aus Deutschland, kauften wir Zahnbürsten und Zahnpasta für die Kinder. Den Anfang machten wir mit Standard 1. Zuerst erklärten wir den Kindern wie wichtig Zahnpflege ist und wie sie ihre Zähne am Besten putzen und pflegen können. Orientiert haben wir uns an den netten Zahnärzten die uns selbst bis zur 8. Klasse, einmal im Jahr an unseren Schulen besucht haben. Vielen Dank also an die lieben Zahnärzte in Deutschland.

Anschließend sind wir mit den Kindern nach drausen, zum Bohrloch und haben die Theorie in die Praxis umgesetzt. Die Kinder haben großartige Arbeit geleistet und wir hatten alle viel Spaß.
Die Woche darauf haben wir dann das Selbe auch mit Standard 2 gemacht.



Als nächstes Projekt haben wir dann Home Economics umgesetzt. Hier haben wir, zusammen mit Standard 6 Gurken- Auberginen Salat gemacht. Unser Gedanke dahinter war, dass wir aus saisonalem Gemüse, das billig auf dem Markt erhältlich ist, Gerichte kochen, die wenige bis gar keine Malawier von sich aus kochen würden. Im Normalfall wir mindestens einmal am Tag Nsima gegessen und mit dem Salat wollten wir da etwas Abwechslung reinbringen.



Die Kinder haben auch fröhlich Gemüse geschnitten und Auberginen gekocht. Am Ende kam dann ein richtig leckerer, farbenfroher Salat raus, der auch fast allen total gut geschmeckt hat.






Neben all den Einheiten haben wir auch viel mit den Kindern gesungen, getanzt (Ententanz, Macarena), gespielt (Völkerball) und gelacht. Außerdem haben wir, gemeinsam mit dem Enkel unserer obersten Rektorin, einen Newsletter verfasst, der Informationen über unsere Projekte an Apatsa enthält und der an verschiedene Spenderorganistaionen von Apatsa gehen.
Auch mit unserem Drama Club haben wir endlich angefangen und schon die erste Stunde war ein riesiger Erfolg und hat super viel Spaß gebracht.

Trotz all den tollen Projekten und Erlebnissen, die ich in den letzten Wochen gemacht habe, ist uns und auch unserer Rektorin aufgefallen, dass 3 Freiwillige bei Apatsa einfach zu viel sind und 2 völlig ausreichen. Deshalb habe ich wieder einmal, zusammen mit den Verantwortlichen meiner Organisation hier in Malawi beschlossen, das Projekt erneut zu wechseln. Zuerst war ich überhaupt nicht begeistert davon, aber langsam freunde ich mich immer mehr mit dem Gedanken an und sehe viele Vorteile für mich. Zum Einen werde ich in ein Projekt nach Rumphi wechseln, was im Norden Malawis liegt. Dadurch bekomme ich jetzt zusätzlich zur Central Region und der Southern Region auch noch einen Einblick in das Leben in der Northern Region. Außerdem lerne ich zusätzlich zu Chichewa jetzt auch Chitumbuka, da im Norden kaum Chichewa gesprochen wird. Und meine neue Mitbewohnerin Maike ist auch ne ganz Liebe. Mit ihr hab ich mich schon auf dem Vorbereitungsseminar in Deutschland super verstanden.

Soviel erst einmal wieder dazu und ich melde mich dann wieder aus dem schönen Norden Malawis. Bis bald.

Dienstag, 29. Januar 2013

Neues Projekt und Zwischenseminar


So endlich mal wieder einen Blogeintrag.
Ich kann in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr so häufig schreiben, weil an meinem neuen Wohnort, Mulanje, das Internet ziemlich bescheiden ist. Ich versuche euch aber trotzdem auf dem Laufenden zu halten.
 
Also zuerst einmal zu meinem neuen Projekt und meinem neuen Wohnort. Nach den Schulferien, ging am 7. Januar ja endlich mein neues Projekt los. Der erste Arbeitstag war richtig schön und ich wurde auch von allen Kollegen, Lehrern, Schülern, etc. richtig herzlich begrüßt. Die erste Woche habe ich aber, an sich, kaum etwas gearbeitet, die meiste Zeit bin ich nur hinten im Unterricht gesessen und habe den Unterricht beobachtet, sozusagen Observation. Am Freitag habe ich schließlich beschlossen, Mathe in Klasse 7 und Science and Technology (Bio und Physik) in Klasse 6 und 7 zu unterrichten. Damit habe ich dann auch am Montag darauf gleich angefangen und war richtig positiv überrascht, wie gut ich von den Schülern als ihre neue „Lehrerin“ akzeptiert wurde und es haben auch alle fleißig mitgearbeitet. Es hat richtig Spaß gemacht. Allerdings wurde uns dann aber auch gleich verkündet, dass wir nicht mehr Mathe und Englisch unterrichten sollen, weil es wohl einen neuen Lehrplan geben soll. Ist aber auch gar nicht so schlimm, wir haben jetzt einen eigenen Stundenplan aufgestellt und wollen zukünftig die Kindern etwas in medizinischen Dingen (HIV/ Aids, Zähne, Malaria,…) unterrichten. Zusätzlich dazu wollen wir auch noch Sport anbieten, Kochunterricht geben und zum Thema Umwelt informieren. Außerdem haben wir uns vorgenommen, am Ende des Jahres ein Theater (vermutlich Schneewittchen) aufzuführen und dazu ein paar Lieder und Tänze machen.
Nach der ersten richtigen Arbeitswochen ging es aber erst einmal nach Senga Bay (Salima) zum Zwischenseminar. Da das Seminar erst Montag losging, bin ich schon am Freitagmittag, zusammen mit Verena und Christina nach Blantyre gefahren um dort unsere Mentorin zu besuchen. Am Samstag bin ich dann weiter nach Zomba, gefahren um Nick zu besuchen und natürlich um mir Zomba anzuschauen.

 


Montag bin ich schließlich, zusammen mit Nick, nach Senga Bay gefahren. Auch wenn ich anfangs gar keine Lust dazu hatte, nach 2 Wochen schon wieder alle Freiwilligen zu sehen anstatt endlich mal zu arbeiten und besser in das Leben in Mulanje reinzukommen, wurde es dann doch super spitze. Wir haben viel über unsere Einsatzplätze, Malawi, Entwicklungszusammenarbeit etc. geredet und dabei auch ziemlich viel Spaß gehabt.
 
 

 
Als das Seminar am Freitagmittag zu Ende war, war es doch schon etwas zu spät um nach Blantyre zu fahre. Deshalb bin ich, zusammen mit 16 weiteren Freiwilligen, nach Lilongwe gefahren. Da wir so viele waren, haben wir beschlossen, gleich einen ganzen Minibus zu bestellen. Das hat dann auch ganz gut geklappt und so sind wir mit 17 Leuten und zusätzlichem Gepäck im Minibus nach Lilongwe gefahren. Für viele Malawier waren wir das absolute Highlight: Wie oft sieht man schon einen Azungubus.
 
 
Am Sonntagmorgen wollte ich dann, wieder gemeinsam mit Nick, zurück nach Mulanje  bzw. Zomba fahren. Wir wollten den Bus um 7:00 Uhr nehmen, dass ich auch ja vor der Dunkelheit zurück bin. Leichter gedacht als getan. Wie es in Malawi halt meistens läuft, hat der Busfahrer gewartet bis der Bus voll war. Kurz gesagt: Wir sind nicht wie geplant um 7:00 Uhr, sondern um 11:00 Uhr losgefahren und waren zusätzlich sehr langsam unterwegs. Also war ich auch leider erst um 19:00 Uhr in Blantyre und musste somit eine Nacht in Limbe übernachten und gestern Morgen schließlich direkt zur Arbeit fahren. Ziemlich stressig kann ich da nur sagen.

 
Die Arbeit gestern hat aber riesigen Spaß gemacht. Wir haben gemeinsam einen Geburtstagskalender für die Schule gemacht und mit unserer neuen Einheit Fotographie angefangen. Hier wollen wir den Kindern erklären, wie man eine Kamera bedient und gemeinsam mit Ihnen Bilder für einen Jahreskalender machen.
 
 






 
Dazwischen haben wir der 5. Klasse Völkerball beigebracht, was ziemlich gut ankam.
Heute wollten wir mit unserer Gesundheitseinheit anfangen und mit den Kindern Zähne putzen etc. Daraus wurde aber leider nichts, denn es regnet Bindfäden und wir kommen leider nicht zur Arbeit. Wir sitzen also schon den ganzen Tag genervt zu Hause und haben jetzt angefangen das Drehbuch für unser Theater zu schreiben. Hoffentlich wird das Wetter morgen besser.

 
Soviel also erst einmal wieder zu mir. Liebe Grüße aus dem regnerischen Mulanje.