Donnerstag, 27. Dezember 2012

Victoria Falls


So hier bin ich wieder mit Teil 2 meines Berichts.
Im Folgenden werde ich euch von meinem Urlaub in Sambia an den Victoriafalls berichten.
Tag 1 (20.12.12)


Am Donnerstagmorgen um 6:30 Uhr hieß es für meine beiden alten Mitbewohner Philipp und Steffen, Steffens Vater, Marlene und mich, aufstehen, duschen, fertig packen und ab ins Stadtzentrum Lilongwe zu Kiboko Safaris. Um 8:00 Uhr startete unsere Tour zu en Victoriafalls.
Nach etwa 2 Stunden Fahrt erreichten wir schon die sambische Grenze. Hier mussten wir zuerst unser Visum für Sambia beantragen und einige Formulare ausfüllen aber dann ging es auch schon weiter.




Nach einer weiteren Stunde Fahrzeit wurden wir von der Polizei angehalten, die meinten sie könnten sich zusätzlich etwas Geld verdienen und erzählten uns irgendeine Geschichte, dass wir eine Quittung brauchen, weil sonst hätten wir unser Visum nicht bezahlt. Blöd waren wir aber auch nicht und nach etwas Diskussion und Bestechung mit einer Tüte Chips und Keksen, durften wir dann auch weiterfahren.

Wiederum nach einiger Fahrtzeit bemerkte unser Guide, Koch und Fahrer, dass unser Auto etwas Öl verliert. Dies blieb aber nicht bei ein bisschen, denn schon an der nächsten Tankstelle mussten wir Öl nachfüllen. Wir hatten schon etwas Sorgen, dass wir gar nicht mehr ankommen mit dem Auto aber so gegen 17:30 Uhr kamen wir schließlich in Lusaka an, der Hauptstadt Sambias. Hier schlugen wir in einem Pioneer Camp unsere Zelte auf und aßen gemütlich zu Abend, bevor wir total erschöpft in unsere Schlafsäcke fielen.



Tag 2 (21.12.12)
Am nächsten Morgen gab es um 7:00 Uhr Frühstück und nach dem zusammenräumen der Zelte brachen wir schon wieder auf. Unser nächstes Ziel war Livingstone und somit also die Victoria Falls. Trotz hohem Öl- Verlust schafften wir sogar diese Strecke noch und kamen gegen ca. 16:30 Uhr auf unserem Campingplatz „The Waterfront“ in Livingstone an. Hier schlugen wir wieder unsere Zelte auf, denn dieser Campingplatz sollte für die nächsten 3 Nächte unser neues Zuhause sein.

Gleich nachdem wir fertig waren erkundeten wir den Campingplatz und so fanden wir auch schließlich heraus, woher der Campingplatz seinen Namen hat. Direkt hinter dem Restaurant lag der Sambezi River, einfach nur genial. So saßen wir da erst einmal und haben uns den Sonnenuntergang angeschaut und ganz weit in der Ferne konnte man auch schon die Rauchwolken sehen, die von den Victoria Falls aufsteigen. Der Ausblick ist nur mit einem Wort zu beschreiben: WUNDERSCHÖN.



Danach habe ich noch ein paar verrückte Affen beobachtet und habe dann mit allen gemeinsam zu Abend gegessen. Natürlich haben wir auch noch kurz gefeiert, dass wir endlich an den Victoria Falls sind und dass wir noch alle leben und die Welt nicht unter gegangen ist. Danach sind wir auch schon wieder total müde in unsere Betten gefallen.






Tag 3 (22.12.12)
Um 8:00 Uhr gab es Frühstück und um 9:00 Uhr haben wir uns dann endlich auf den Weg zu den Victoria Falls gemacht. Der Park an den Victoria Falls war einfach riesig groß und super schön. Es gab vier verschiedene Pfade die man gehen konnte.

Als Erstes haben wir uns den Hauptpfad vorgenommen. Man konnte direkt an der Schlucht entlang gehen und hatte direkt vor sich, auf der anderen Seite der Schlucht den Sambezi River der mit riesig lautem Getöse in die Schlucht stürzt. Um es kurz zu sagen, direkte Aussicht auf die Victoria Falls.





Als nächstes ging es zum Upstreamtrail, das heißt auf die andere Seite der Schlucht, die Seite auf der der Sambezi fließt. Von hier konnte man genau sehen, wie aus dem total ruhigen Sambezi ein reißender Fluss wird und mit welcher Strömung er die Schlucht hinunter bricht.


 
Als dritten Pfad haben wir uns für den Bridgetrail entschieden. Hier konnte man an der Schlucht entlang gehen, an der vor vielen Jahren einmal die Victoriafalls waren, bevor die riesige Platte gebrochen ist und sich die neue Schlucht der heutigen Victoria Falls gebildet hat.
Es war sehr interessant zu sehen und auch zu erfahren, wie genau die heutigen Victoria Falls entstanden sind und wie sich noch vor ein paar Tausend oder Millionen Jahren ausgesehen haben.
Bridgetrail hieß der Pfad vor allem aus dem Grund, da man von hier die Brücke sehr gut sehen konnte, die die Sambische Seite und die Simbabwische Seite der Victoria Falls verbindet.



 
Als letztes sind wir dann noch zum Boiling Pot gegangen. Und ich kann es selbst nicht glauben, aber der Weg dahin ist wie der reinste Urwald. Überall Palmen, riesige Bäume und Sträucher und absolute Stille, abgesehen von ein paar Vögelchen, die vor sich hin zwitscherten. Es war einfach unglaublich und das beste war definitiv, dass wir uns an Lianen entlang gehangelt haben, wie Tarzan.
Als wir unten am Boiling Pot ankamen, standen wir quasi genau vor der Schlucht, die wir zuvor am BridgeTrail entlang gelaufen sind. Nur dieses Mal nicht von oben sondern direkt unten in der Schlucht wo sich die Victoriafalls wieder zum Sambezi zusammenschließen und mit einer riesigen Wucht an dir vorbeischießen. Ab und zu kam auch ein Raftingboot mit schreienden Leuten vorbei.
Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg und den Weg nach oben. Da uns unser Fahrer um 18:00 Uhr wieder abholen wollte und wir erst 15:00 Uhr hatten, haben wir beschlossen nochmal an den Hauptpfad zu gehen. Hier haben wir uns ein schönes Plätzchen gesucht und haben dem Wasser zugeschaut, wie es in die Tiefe stürzt, ein Spektakel, was man sich wirklich stundenlang ansehen kann.

Um 18:00 Uhr sind wir schließlich zurück zum Camp gefahren, haben gemütlich gegessen und geduscht, haben uns wieder den Sonnenuntergang angeschaut und sind dann schlafen gegangen.


Tag 4 (23.12.12)


Um 8:00 Uhr gab es wieder Frühstück und dann ging die Überlegung los: Was machen wir heute, wir haben ja schon alles gesehen. Steffen und sein Vater wollen nochmal zu den Victoria Falls, allerdings auf die Simbabwische Seite. Philipp, Marlene und ich hatten da aber nicht zu viel Lust und haben uns überlegt ein Adventure zu machen. Zuerst haben wir uns gedacht eine Bootstour zu machen, über den Sambezi, aber das war irgendwie zu langweilig. Dann dachten wir über eine Safari nach, da aber gerade die Regenzeit beginnt, hatten wir ziemlich schlechte Chancen Tiere zu sehen und haben uns deshalb auch gegen die Safari entschieden.

Nach weiteren Überlegungen beschlossen wir schließlich zum Devil’s Pool zu gehen. Schon den Tag zuvor hatten wir davon gehört und es hat sich richtig spannend und spektakulär angehört.
Total ungefährliches Baden im Sambezi, bevor er die Schlucht hinunterstürzt. Wir hörten Sachen wie: Es geht überhaupt keien Strömung, es ist total ungefährlich, es ist ein einzigartiges Erlebnis,…wie immer war das aber total Mist um Geld zu machen, aber das wussten wir davor noch nicht.



Es hieß die Tour geht etwa zwei Stunden. Unsere Vorstellung war, dass wir da irgendwie hinkommen, wie auch immer, da schnell baden gehen und wieder zurück gehen. Pustekuchen. Als erstes hieß es Hose runter und rein in den Bikini bzw. die Badehose. Als nächstes mussten wir uns alle fest an den Händen halten. Dann ging es los. 1,6 km zu Fuß durch den Sambezi laufen, etwa 10 Meter von der Schlucht entfernt, immer gegen die Strömung und zum Teil in Hüfthohem Wasser. Nach ca. 75 min waren wir dann fast da.


Zuerst aber wurden alle Taschen an einer trockenen Stelle abgelegt, die Klamotten wurden ausgezogen bis zum Bikini und der Badehose denn unser Guide meinte plötzlich, dass man ab hier nicht mehr laufen könne, man muss schwimmen. Natürlich dachten wir alle, dass das ein Witz ist, 10 Meter von der Kante entfernt gegen die Strömung anzuschwimmen. Der Guide führte uns das aber vor und man konnte zwar gut sehen, dass Strömung da war und er auch dagegen schwamm, sah aber alles super easy aus.
Also kletterte Marlene hinterher und schwamm los und wurde erst einmal 2 Meter abgetrieben auf die Kante zu und man hat nicht nur bei ihr die Panik sehen können sondern auch sofort bei  allen von uns. Nur der Guide blieb cool und meinte, wenn sie zu sehr abgetrieben wird, soll sie wenigstens noch versuchen das gelbe Seil, direkt am Abgrund zu fassen.
Ich selbst hatte für mich entschlossen, dass ich da nicht rein geh und schwimm aber schon kurz darauf war die Strömung vorbei und Marlene konnte wieder ganz normal schwimmen und auch gleich wieder stehen. Also waren wir alle wieder etwas ruhiger und sind dann doch geschwommen, die Panik kam dann aber auch sofort wieder, als ich sogar noch etwas weiter als Marlene abgetrieben wurde, blieb aber alles im Rahmen und auch ich kam aus der Strömung raus.


Als wir alle durch den Fluss geschwommen waren und wieder stehen konnten, kletterten wir einen Felsen hinauf und sahen schon direkt vor uns den Devil’s Pool. Der Guide sprang hinein und war einfach weg. Marlene und ich haben nur noch geschrien und haben richtig Panik geschoben aber nach etwa 20 Sekunden ist er dann aber wieder aufgetaucht und hat uns erst einmal ausgelacht. Dann hat er uns erklärt, wo genau wir rein springen müssen, dass nichts passiert.

Nur wenige cm daneben springen könnten schon absolut tödlich sein, weil wir dann zu sehr von der Strömung abgetrieben werden und einfach mitgerissen werden. Also sind wir alle gesprungen und waren super glücklich als wir aufgetaucht sind und noch am Leben waren. Alle hatten aber den absolut panischen Gesichtsausdruck, haben uns dann aber für ein paar Bilder aufgerafft schön in die Kamera zu lächeln, wobei auch richtig viele Bilder dabei sind, auf denen man die Panik richtig sieht, nicht nur im Gesicht sondern auch an der Körperanspannung.

Dann hieß es aber auch wieder zurückschwimmen und als wir dann endlich wieder auf unserer kleinen Insel standen waren wir richtig erleichtert. Aber wir mussten ja auch wieder die 1,6 km zurück durch den Sambezi. Als wir nach fast vier Stunden (anstatt 2) zurück am festen Ufer standen waren wir alle fix und fertig.

Dann hat es auch noch angefangen zu regnen und da wir ja eh schon nass waren haben wir dann richtig gefroren. Marlene und ich wollten nur noch zurück ins Camp und warm duschen und uns in unseren Schlafsack einkuscheln. Aber daraus wurde nichts. Als wir zurück waren, stellten wir fest, dass wir unsere Zeltplane nicht runter geklappt hatten und somit waren unsere kompletten Klamotten, unsere Matratzen und unser Schlafsack richtig  durchnässt. Aus meinen Schlafsack kam bestimmt 1 Liter Wasser :(. Also waren wir erst einmal richtig frustriert, haben warm geduscht und haben danach richtig kuschlig warme Pullis von den Jungs angezogen. Unsere Matratzen trockneten auch langsam wieder und ein wenig später saßen wir mit leckerem Abendessen und warmem Tee in unserem Zelt und haben zu Abend gegessen.

Die Jungs sind nochmal losgezogen und haben doch noch eine Bootstour gemacht. Als die Jungs dann wieder zurück kamen haben wir uns alle noch gemeinsam an die Campingplatzbar gesetzt und Alkohol konsumiert. Dann gings ab ins Bettchen.





Tag 5 (24.12.12)
Frühstück gab es um 7:00 Uhr. Dann wurden die Zelte wieder eingepackt und die Fahrt ging zurück nach Lusaka in das Pioneer Camp. Auf dem Weg  kauften wir uns noch eine Flasche Wein, die wir bei einem gemütlichen Weihnachtsessen trinken wollten. Zuvor hatten wir aber erst mit ein paar kleinen Problemen zu kämpfen: Ameisen. Schon während der Fahrt wurden Steffen und ich immer wieder von Ameisen genervt und auch neben uns ging schon eine ganze Ameisenstraße durchs Auto.

Dass die Ameisen aus den Zelten kamen war keine Frage, nur was wir sahen, als wir die Zelte im Camp aufklappten hätten wir nie erwartet. Ameisen über Ameisen. Von einem Zelt war nichts mehr zu sehen, es war ein einziges Gewusel aus schwarzen Punkten. Wir schüttelten die Ameisen ab aber es wurden einfach nicht weniger und als wir die Planen aufklappten wussten wir auch wieso. Es war einfach alles voll mit Ameiseneiern….super Sache. Somit mussten wir uns erst einmal was überlegen. Es lief dann schließlich auf Doom raus, den absoluten Allesinsektentöter. Als die Ameisen alle tot waren genossen wir schließlich unser super tolles Weihnachtsessen (Spaghetti Bolognese), unsere restlichen Plätzchen und tranken unsere Flasche Wein. Dann ging es wie immer in Bett


Tag 6 (25.12.12)
Am nächsten Morgen gab es schon um 6:00 Uhr Frühstück. Gleich danach ging es zurück nach Lilongwe. So um 17:00 Uhr kamen wir schließlich in Lilongwe an und gingen dann noch gemütlich essen bevor wir zurück ins Weltwärtshaus fuhren.



Soviel zu unserer Reise zu den Victoria Falls. Silvester werde ich ganz gemütlich, zusammen mit Marlene, Steffen und Veith im Weltwärtshaus feiern.
Meinen Bloglesern wünsche ich auf jeden Fall schon mal einen guten Start ins neue Jahr.

Welt- Aids Tag, Rumphi und Mzuzu


Hallihallo da bin ich mal wieder nach langer, langer Zeit.
Dieses Mal hab ich so viele Neuigkeiten, dass ich einfach zwei Einträge schreibe.
Vor schon etwas längerer Zeit habe ich am Welt- Aids Tag der GIZ mitgeholfen. Hier waren die Freiwilligen hauptsächlich mit Kinderbetreuung und Kinderbeschäftigung beschäftigt. Es wurden Sachen angeboten wie Stockbrot backen, Weihnachtstüten oder allgemeine Sachen zu basteln, malen, eine Hüpfburg wurde aufgebaut und ich habe beim Kinderschminken geholfen. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Nach den Vormittagsaktivitäten gab es dann Essen für alle und anschließend wurde noch aufgeräumt, bis am frühen Nachmittag wieder alle nach Hause gegangen sind.
 
 
Am Samstag habe ich dann spontan beschlossen, zusammen mit Hendrik und Julian am Sonntag (16.12) nach Rumphi zu fahren, dass ich auch mal in den schönen Norden komme. Gleich wie im Süden ist auch der Norden sehr bergig. Im gegensatz zu Teeplantagen und Laubbäumen findet man hier hauptsächlich dichten Wald vor, sogar mit ein paar "Nadelbäumen". Montagnachmittag bin ich dann aber auch schon weiter bzw. wieder zurück nach Mzuzu und habe dort Marlene besucht. Am Dienstag war ich mit ihr gemeinsam bei der Arbeit in der Crisis Nursery und am Abend hat sie mich noch in Mzuzu rumgeführt. Mittwochmorgen sind wir dann schon sehr früh, mit dem Bus zurück nach Lilongwe gefahren, da wir Donnerstag auch schon wieder nach Sambia wollten, um uns die Victoria Falls anzuschauen. Dazu aber jetzt im neuen Eintrag….
Bis gleich :D

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Mulanje


Moni meine fleißigen Blogleser

So jetzt einmal zu meinem Umzug nach Mulanje, meiner neuen Heimatstadt.

Dienstagmorgen um 08:00 Uhr ging es für mich los. Von der Hauptstadt Lilongwe, in der man sehr anonym und luxuriös lebt, nach Mulanje, einem kleinen Dorf im Süden Malawis. Bekannt ist Mulanje vor allem durch den Mount Mulanje, den höchsten Berg Malawis.
Um etwa 09:00 Uhr mussten wir dann auch schon wieder umdrehen und zurück nach Lilongwe, weil wir vergessen haben mein Fahrrad einzuladen. Um kurz nach 10:00 Uhr haben wir dann also einen weiteren Versuch gestartet und haben uns zum zweiten Mal auf den Weg nach Mulanje gemacht. Zuerst mussten wir aber tanken und da gerade ziemlich viele tanken wollten, standen wir erst einmal eine Stunde an der Tankstelle. Dann ging es aber ohne weitere Komplikationen weiter.

Um 17:00 Uhr sind schließlich in Mulanje angekommen und nachdem ich mein Gepäck in meinem neuen Zimmer hatte, habe ich zusammen mit Christina, meiner neuen Mitbewohnerin und Jonas aus Blantyre, der zu Besuch war, ein paar Weihnachtsplätzchen gebacken.
Meine andere Mitbewohnerin Verena war leider gerade nicht zu Hause, da sie auf Grund der Schulferien durch Malawi reist. Nach dem Backen bin ich dann todmüde ins Bett gefallen.



Am nächsten Morgen, man glaubt es kaum, bis um 08:30 Uhr geschlafen. In Lilongwe wäre so etwas unmöglich gewesen, weil man spätestens um 07:00 Uhr von irgendwelchen Marktschreiern geweckt wurde.
Nachdem ich mit Jonas gemütlich gefrühstückt hatte, haben wir uns dann auf den Weg nach Chitakale gemacht, um Christina bei der Arbeit abzuholen.
Hier ein kurzer Einwurf: Mulanje besteht aus drei kleinen Dörfern. Nkhonya, Chitakale, dem Center von Mulanje und Boma, wo wir wohnen. So jetzt aber weiter.

 
 
 
 
 
Bevor wir Christina jedoch abgeholt haben, sind wir nach Boma auf den Markt und haben dort einen Freund von Jonas getroffen. Zusammen sind wir dann aber nach Chitakale gelaufen und in einen riesigen Regenguss gekommen. Also haben wir bei Christinas Arbeitsplatz erst einmal gewartet bis es wieder aufgehört hatte zu regnen und sind dann wieder zurück nach Boma gelaufen, um dort eine weitere Freundin von Jonas zu treffen. Zusammen sind wir dann Essen gegangen und anschließend, mit dem Fahrrad, wieder den ganzen Berg zu unserem Haus hinauf gestrampelt. Unser Haus steht nämlich direkt am Fuße des Mount Mulanje.

Mein zukünftiges Projekt konnte ich mir leider noch nicht anschauen, das die Schule, auf Grund der Schulferien, gerade geschlossen ist.

Heute Morgen hieß es dann, nachdem ich gestern mein Koffer ausgepackt habe, wieder Tasche packen und zurück nach Lilongwe um morgen beim Welt- Aids- Tag mit zu helfen.



Da ich am 20.12 auch schon wieder nach Sambia zu den Victoria Falls reise, bleibe ich vorerst wieder in Lilongwe.

Mein nächster Bericht folgt bald.

Liebe Grüße Tionana

Freitag, 7. Dezember 2012

Projektwechsel und Kulturseminar Mua


Hallihallo.

Hier bin ich wieder. Ich habe mich jetzt für das Projekt in Mulanje entschieden. Ab Januar werde ich dann, zusammen mit Verena, an der Apatsa Schule arbeiten und voraussichtlich vormittags Mathe und Biologie unterrichten und nachmittags diverse AGs wie Volleyball, tanzen, Kunst oder sonstiges anbieten. Schon auf Dienstag wurde mein Umzug angesetzt und so werde ich also ab Dienstag in Mulanje wohnen. Auf Grund des Umzugs bekomme ich auch neue Mitbewohner, genauer gesagt neue Mitbewohnerinnen, Verena und Christina.

Jetzt aber zu letzter Woche:
Bis heute war ich auf dem Kulturseminar in Mua. Es wurden viele coole Sachen über die malawische Kultur erzählt und diskutiert, sowohl neues, als auch schon Bekanntes. Der krönende Abschluss war dann gestern, als wir den ganzen Morgen Aufführungen von afrikanischen Tänzen, Musik und, und, und hatten.


Samstag, 1. Dezember 2012

Leben in Lilongwe


So da bin ich wieder, dieses Mal mit interessanten Neuigkeiten.

An sich ist diese Woche nicht sehr viel passiert.


 

Am Montag haben wir ausgiebig Steffens 20. Geburtstag gefeiert.

Seit Mittwoch sind Hendrik und Julian schon wieder in Lilongwe, weil es in Rumphi kein Benzin mehr gibt und sie deshalb nicht arbeiten können.




Am Donnerstagabend waren wir im Chameleon, einer Bar in Lilongwe, in der immer, am letzten Donnerstag im Monat, Karaoke ist. War haben alle richtig schön gesungen und total viel Spaß gehabt.
 


 

 
Gestern Abend waren wir bei einer Modenschau in Lilongwe. Sie war zwar nicht ganz so cool, wie wir alle erwartet hatten aber dennoch ein ganz cooles Erlebnis.
 
 
Morgen reise ich dann zusammen mit ein paar anderen Freiwilligen nach Mua, und werde dort 5 Tage auf dem Kulturseminar sein. Wird bestimmt ganz lustig alle mal wieder zu sehen und laut unseren ehemaligen Freiwilligen soll es zu 80% um das Thema Sex gehen. Da bin ich ja mal gespannt.
Jetzt aber zu der wichtigen Neuigkeit. Seit längerem läuft es bei mir in der Arbeit nicht mehr ganz, wie ich es mir vorgestellt habe und es gibt zu viele Probleme. Auf Grund dessen, habe ich zusammen mit der GIZ beschlossen, das Projekt zu wechseln. Zurzeit habe ich drei Plätze zur Auswahl, habe mich aber noch nicht entschieden welchen ich annehmen werde. Was mit dem Projektwechsel auf jeden Fall verbunden ist, ist auch ein Umzug nach Blantyre, Mulanje oder Kasungu. Aber wie gesagt, ich habe mich noch nicht entschieden, werde mich aber sobald ich meine Entscheidung getroffen habe noch einmal melden.
Das absolute Oberhighlight ist aber, dass wir heute unsere kleine Miezekatze bekommen haben. Bisher konnten wir uns aber noch nicht auf einen Namen einigen.

Dienstag, 20. November 2012

Poolparty


Hallihallo da bin ich mal wieder und natürlich wie immer mit einigen Neuigkeiten.


Zum Einen wohnt seit kurzem Lena, die Tochter des deutschen Botschafters in Sambia, bei uns im Weltwärtshaus.





Des Weiteren hatten wir wieder einmal einen grandiosen Stromausfall, auf Grund eines abgebrochenen Strommastens hinter unserem Haus, der sich doch ziemlich hinzog.
Vorletztes Wochenende waren Nick aus Zomba und Hendrik aus Rumphi zu Besuch in Lilongwe und somit war am Wochenende natürlich Party angesagt. Am Mittwoch ist Hendrik dann erneut zusammen mit Julian aus Rumphi angereist. Am Donnerstag kamen dann schließlich Maike aus Rumphi, Susi aus Kuti (Salima) und später auch noch Jonas und Medina aus Kasungu dazu. Freitag Abend sind dann überraschender Weise auch noch Madina und Leona aus Mackenzie (Salima). Zusammen mit den Biwi Leuten hatten wir also dieses Wochenende volles Haus und mächtig Spaß.


Das Beste ist allerdings unser Neuerwerb im Garten: ein Pool (2,44m x 57cm). Der sorgt immer für die optimale Abkühlung nach der Arbeit, so dass uns die Hitze nicht zu Kopf steigt.



Zurzeit planen Philipp, Steffen, Marlene und ich gerade, über Weihnachten (20-26.12) einen Trip nach Sambia zu starten um uns die Victoriafalls anzusehen. Dazu aber bald mehr.


 



Das wars auch schon wieder bis bald (tionana).

Dienstag, 30. Oktober 2012

Zimmertausch


Auch wenn ich mich jetzt schon recht lange nicht mehr gemeldet habe, gibt es dennoch nicht sehr viele Neuigkeiten.
Steffen hat endlich angefangen, am TTC zu arbeiten und ihm gefällt es richtig gut.
Philipp ist letzten Sonntag wieder aus Kuti (Salima) zurückgekommen und hat einiges zu berichten gehabt.
 
Da ich ja das größte Zimmer im ganzen Haus hatte, sogar mit Doppelbett und Philipp eigentlich ein recht kleines Zimmer, musste ich jetzt leider mein großes Zimmer an die Jungs abgeben. Nein, natürlich musste ich nicht, aber in Philipps Zimmer, ein Jahr, zu 2. zu wohnen, ist einfach nicht so cool. Somit habe ich mich bereit erklärt mein schönes großes Zimmer mit Doppelbett gegen ein kleines Zimmer mit Einzelbett einzutauschen. Der Umzug war eigentlich für Montag geplant, da wir aber schon seit Sonntag Stromausfall hatten, wurde der Umzug auf Dienstag verlegt.
 
 
Die Nacht von Montag auf Dienstag war aber für uns alle, die reinste Qual. Trotz Stromausfall hatten wir in der Nacht 2 Mal für etwa 3 – 5 Minuten Strom. Hört sich ja erst einmal nicht sehr problematisch an, ABER: Unser Sicherungskasten ist etwas komisch angelegt und so wird nach jedem Stromausfall oder Kurzschluss in unserem Haus automatisch der Alarm ausgelöst, sobald wir wieder Strom haben. Für alle, die jetzt also noch nicht wissen, was genau das Problem von Montag auf Dienstag Nacht war: Der Alarm wurde 2 Mal ausgelöst, mitten in der Nacht. Wir waren alle hell wach und ich glaube, nicht nur wir, auch unsere Nachbarn waren alle wach. Aber noch nicht genug, zu allem Überfluss kam dann, als wir alle gerade wieder eingeschlafen waren, die Security, bei der angezeigt wurde, dass in unserem Haus ein Alarm ausgelöst wurde. Da sie nicht wussten, dass alles nur ein Fehlalarm war, wurde natürlich erst einmal wild an alle Fenster im ganzen Haus geklopft, bis Steffen sich schließlich dazu entschlossen hat aufzustehen und alles zu erklären, bevor das Geklopfe noch die ganze Nacht so weiterging. Am Dienstagmorgen waren wir also alle nur total übermüdet und nachdem wir dann, nach der Arbeit, am Abend den Zimmerumzug in Anspruch genommen haben, sind anschließend alle todmüde ins Bett gefallen.
 
Ansonsten gibt es keine Neuigkeiten, außer dass wir die ganze Woche kein Internet hatten und heute sehr froh sind, endlich mal wieder Kontakt nach Hause zu haben.

Montag, 15. Oktober 2012

Sunbird Festival


Halli hallo meine fleißigen Blogleser.
Da ich euch letztes Mal so lange warten lassen hab mit neuen Nachrichten, schreibe ich dieses Mals schon etwas früher.
Wie schon in meinem letzten Blogeintrag geschrieben, war ich dieses Wochenende zusammen mit Steffen und auch mit Ruben in Mangochi, besser gesagt noch in Makawa einem Örtchen vor Mangochi.
Samstagmorgen um 6:15 ging es am Weltwärtshaus los, denn unser Bus fuhr schon um 7 Uhr (war zumindest geplant, wurde dann aber doch 7:30). Obwohl wir dachten, dass wir recht pünktlich sind war der Bus schon mega voll und so bekamen wir leider nur noch einen Stehplatz. Nach ca. 2 Stunden Stehen bekam ich schließlich doch noch einen „Sitzplatz“, kurz gesagt ich hab mir mein Sitzplatz selbst erschaffen. Nach ca. 6 Stunden Fahrt sind wir dann auch schließlich in Makawa angekommen. Das Erste was uns auffiel war, dass es dort nochmal mindestens 5 °C heißer ist, als in Lilongwe.
Da Ayla und Max leider schon auf dem Festival waren und uns den Weg nur grob beschrieben haben haben wir uns dann eben zur Polizeistation durchgefragt, weil das Haus fast daneben ist. Nach weiteren 20 Minuten Fußmarsch, kamen wir dann auch am Haus an, fast zeitgleich mit Jonas, der aus Blantyre anreiste. Wir (bzw. Steffen und Ruben) hatten gerade das Zelt aufgebaut, als auch schon Veith, Nina und Nick um die Ecke kamen und so wie wir alle zuvor, ging der erste Blick natürlich Richtung Garten und dem daran angrenzenden Strand und See. Der Ausblick ist einfach nur zu genial gewesen und nachdem alle mit Staunen und Beneiden fertig waren, hatten auch schon alle Bikini und Badehose an und rannten Richtung See. Als alle abgekühlt waren kamen schließlich auch noch Lukas, Irina und Jan, die auch sofort in See sprangen.
So gegen 16 Uhr gingen wir dann alle zusammen auf das Festival und dort trafen wir, wie geplant, Ayla und Max und Verena und Christina, die schon früher angereist sind. Wie vorausgesehen, zeigte der Alkohol bei der Hitze und ohne vernünftige Essensgrundlage auch sofort seine Wirkung und so beschlossen wir irgendwann etwas essen zu gehen. Wir waren gerade fertig, da kam plötzlich Lukas um die Ecke und brachte dem Abend das absolute Highlight für alle.

Ziemlich in der Nähe des Festivals war eine riesen Muttertagsparty geplant, an der einige Frauen (darunter die Chefin von Irina und Lukas, was auch der Grund dafür war, dass Lukas von der Party wusste) für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet werden sollen. Unter Anderem hätte dort auch die Präsidentin geehrt werden sollen, die aber abgesagt hatte und somit auch ihr komplettes Anhängsel nicht mitkam. Also eigentlich war die Party auch nur für geladene Gäste und der Eintritt lag bei 15000 Kwacha, was umgerechnet ca. 40€ wären. Da nun aber so viel abgesagt hatten, wurde der Preis auf 1000K (=2,50€) reduziert und das mit den geladenen Gästen war auch nicht mehr so wichtig. Wie man sich jetzt denken kann waren wir Freiwilligen da natürlich sofort dabei, denn das Motto des Abends lautete: All you can eat and drink. Trotz einigen Reden und Blabla war der Abend aber doch richtig richtig witzig, denn wir fielen zwischen den Frauen in Abendkleidern nicht nur durch unseren Beachdress auf sondern auch dadurch, dass einige der Kellner fast den ganzen Abend damit verbrachten, bei uns am Tisch Alkohol zu bringen und leere Teller abzuräumen. Danach waren wir aber auch so voll gefressen und müde, dass sich fast alle von uns sich auf den Heimweg machten. Die meisten von uns sind mit dem Auto nach Hause, ein paar wollten jedoch laufen.

Eigentlich schien der Tag gelaufen zu sein und alle wollten nur noch ins Bett, als dann aber plötzlich die erschreckende Nachricht bei uns ankam, dass die 4 Heimlaufenden überfallen wurden. Der Schock bei allen war riesig, bis wir genau wussten was passiert war, aber man muss sagen, dass allen nicht wirklich viel passiert ist und die zum Glück mit einem Schreck und ein paar kleinen Schürfwunden davon gekommen sind.

Nach einer kurzen Nacht, war am nächsten Morgen dann aber auch sofort wieder Frühschwimmen und Chillen am und im See angesagt. So gegen 15 Uhr sind wir dann wieder aufs Festival und sind aber schon um kurz nach 17 Uhr wieder zurück, weil wir alle früh ins Bett wollten bzw. ich noch einen Frisörtermin bei Veith hatte um mir eine Dreadlock machen zu lassen. Heute Morgen hieß es nämlich um 4 Uhr aufstehen, da der Bus um 5 Uhr fuhr. Diesen Mal bekamen wir sogar einen Sitzplatz und so gegen 11:30 waren wir schließlich zurück in Lilongwe.

Soviel wieder einmal zu meinem Wochenende. Bis bald und Tionana

Freitag, 12. Oktober 2012

Tag der Deutschen Einheit und neuer Mitbewohner

Hallo meine Lieben, da bin ich nach langer Zeit mal wieder. Ich dachte ich muss mich einfach mal wieder melden, dass ihr seht, dass ich noch lebe.

 Wie immer gibt es einiges zu erzählen. Am besten beginne ich mal, wie schon angekündigt, mit dem 3. Oktober, dem berühmten Tag der Deutschen Einheit.

Am Mittwoch, den 3. Oktober trudelten nach und nach alle GIZ- Freiwilligen bei uns im Weltwärtshaus ein. Eigentlich ging der Empfang erst gegen 18:30 Uhr los, aber der deutsche Botschafter hatte uns gefragt ob wir nicht so lieb wären und für etwa zwei Stunden die Essens- und Getränkeausgabe übernehmen würden. So wurden wir also schon gegen 16 Uhr von drei ziemlich coolen Tuaregs abgeholt und zum Haus des deutschen Botschafters gebracht. Dort wurden wir auch gleich herzlich vom Botschafter und seiner Frau empfangen. Sie zeigten uns die Küche, ein wenig vom Haus und erklärten uns den groben Ablauf des Abends.

Um 19 Uhr kamen dann die ersten Leute und nachdem fast alle da waren kam zuerst der offizielle Teil mit der deutschen Nationalhymne, die sowohl auf Deutsch als auch auf Chichewa gesungen wurde. Danach gab es dann Freibier und Freigetränke für alle und nach kurzem Warten gab es schließlich auch etwas zum Essen: Currywurst, Leberkäse, Schnitzel, Kartoffelsalat, Waffeln, Thüringer Würstchen, Brezeln und Fischbrötchen. Für die ausgehungerten GIZ Freiwilligen war dies natürlich wie im Paradies ;), endlich mal wieder richtig deutsches Essen. Aus der Aftershow- Poolparty wurde zwar erst einmal nichts, da die Söhne vom Botschafter am nächsten Tag beide Klausuren schreiben mussten, uns wurde aber versprochen, dass die Poolparty auf jeden Fall noch nachgeholt wird. So gegen 00:00 Uhr sind wir dann wieder mit den Tuaregs zurück ans Weltwärtshaus gebracht worden, wo die Party dann aber für einige weiterging. Nun so viel zum 3. Oktober. 



 


Aus meinem täglichen Leben hier gibt es nicht so viel zu erzählen, es passiert hier eigentlich immer das Gleiche.










 

Letzten Montag ist Susi jetzt auch endgültig aus dem Weltwärtshaus ausgezogen und zu ihrem eigentlichen Arbeitsplatz, dem Wildlife Park in Kuti, gefahren. Fürs Erste wurde sie aber von Philipp begleitet, der aber nur für zwei Wochen dort bleibt. Er kommt also übernächsten Sonntag oder Montag auch schon wieder zurück. Nachdem ich schon etwas deprimiert war, zwei Wochen alleine in dem großen Haus verbringen zu müssen bekam ich auch schon einen neuen Mitbewohner. Steffen ist aus Mulanje zurückgekommen, weil er sich dort nicht sehr wohl gefühlt hat und ist jetzt endgültig hier eingezogen und wird in Zukunft am TTC (Teachers Training College) in Lilongwe arbeiten. Mich freut das riesig weil ich mich mit Steffen schon auf dem Vorbereitungsseminar in Katlenburg auf Anhieb super verstanden hab. So wohne ich also nun mit zwei Jungs zusammen. Das Einzige negative daran ist: Ich muss mein schönes großes Zimmer an die beiden Jungs abgeben und in das etwas kleinere von Philipp ziehen. Eigentlich nicht wirklich schlimm, aber jetzt muss ich mein schön dekoriertes Zimmer wieder entdekorieren und im anderen Zimmer neu machen.


Morgen früh um 7 Uhr werde ich zusammen mit Steffen nach Mangochi fahren um

- Ayla und Max zu besuchen, die direkt am Strand wohnen
- Um dort die anderen Freiwilligen aus Blantyre, Mulanje und Zomba zu treffen, die auch alle da sein werden
- Party zu machen, weil dort ein riesiges Festival am See ist

Zusammengefasst um einfach ein richtig geiles verlängertes Wochenende zu haben. Montag ist hier nämlich Muttertag und somit Feiertag.




Darüber aber wie immer mehr wenn ich zurück bin.

Sonntag, 30. September 2012

komische Begegnung und Kakerlaken


Hey meine fleißigen Blogleser :)

Ich will ja jetzt auch hier wieder keinen neidisch machen, aber während es bei euch im schönen Deutschland immer kälter wird, wird es in Malawi von Tag zu Tag wärmer. Sogar die Mangos reifen langsam und immer öfters findet man auch schon gelbe Mangos auf dem Markt. Für einen Euro bekommt man hier 18 Mangos, das heißt eine Mango kostet 20 Kwacha, im Vergleich zu Deutschland also gar nichts (und besser schmecken sie auch).

Wie ihr euch vielleicht schon selbst denken könnt gibt es natürlich wieder einige Neuigkeiten.

Seit letztem Dienstag haben Renata und Anja ihr Büro nun bei uns im Weltwärtshaus, das heißt wir sehen sie jetzt eigentlich täglich. Dies hat zum einen natürlich Vorteile weil wir immer an der „Quelle“ sind, bringt aber auch Nachteile mit sich, weil wir hier ständig alles sauber halten müssen und ein bisschen unter „ständiger Beobachtung“ leben :).

Letzten Donnerstag hatte ich dann eine eher nicht so schöne Begegnung mit einem Malawier. Auch wenn hier die meisten sehr freundlich und hilfsbereit sind, gibt es so, wie in fast jedem Land halt doch einige Ausnahmen. So bin ich letzten Donnerstag mit einem etwas rassistisch (gegenüber Weißen) veranlagten Malawier zusammengestoßen. Das Ganze hat sich so zugetragen, dass bei der Arbeit ein vier Monate altes Baby geschrien hat und sich die Mutter aber gerade um ihren Sohn kümmern musste. Also habe ich das Baby auf den Rücken gebunden, so wie man es hier halt macht und bin mit ihr ein wenig durch das Dorf gelaufen. Natürlich haben alle etwas seltsam geschaut oder gelacht, eine Weiße mit einem schwarzen Kind auf dem Rücken sieht man hier ja auch eher selten. Ein Mann fand es aber dann sogar so ungewöhnlich, dass er mich erst einmal 5 Minuten auf Chichewa angeschrien hat. Nachdem ich ihn dann höflich gefragt habe, ob er mich wenigstens auf Englisch anschreien kann, so dass ich ihn verstehe, ist er dann völlig ausgerastet und hat mich als scheiß Weiße bezeichnet, die hier alle herkommen und meinen sie wären etwas Besseres. Letztendlich wollte er sogar noch die Polizei rufen weil er mir vorwarf, dass ich das Kind entführt habe, weil keine afrikanische Mutter ihr Kind einer Weißen anvertrauen würde. Nach 20 Minuten hatte ich ihn dann aber schließlich soweit, dass er vorerst auf die Polizei verzichtete und mit mir zusammen zurück zur Arbeit lief um mit der Mutter zu sprechen. Dort angekommen wurde es dann aber erst richtig „lustig“, weil die Mutter und meine Arbeitskollegin den Spieß umdrehten und den guten Mann als Rassisten bezeichneten und ihn verbal fertig machten. Nach einiger Zeit ging der Mann dann sichtlich aufgebracht und ohne Verständnis.

Außerdem sind am Donnerstag auch wieder Steffen und Julian aus Mua zu uns zurückgekommen, da sie dort nicht mehr so wirklich klar gekommen sind, nach den vergangenen Ereignissen. Jetzt steht ihnen ein voraussichtlicher Projektwechsel von Mua nach Rumphi bevor. Es ist aber, soweit ich weiß, noch nichts sicher entschieden, da sich die beiden heute Morgen erst auf den Weg nach Rumphi gemacht haben um ihr mögliches neues Projekt anzuschauen.

Was eher nicht soooo cool ist, sind die Kakerlaken die wir hier im Haus haben. Ich hab so das Gefühl, wenn man eine umbringt, kommen zwei neue. Nachdem auch die Namen Fred, Karl- Heinz, Rüdiger und und und schon vergeben wurden, geben wir das langsam mit dem Namen- geben auf. Sobald die Viecher nämlich Namen haben, fühlen die sich hier richtig wohl und heimisch und sind nicht tot zu kriegen. Aber auch wenn die Viecher richtig schnell sind, sind sie auch richtig dumm. Eine hat sich schon im Waschbecken ertränkt und zwei andere meinten sie müssen auf dem Rücken schlafen und haben es leider nicht selbstständig geschafft sich wieder umzudrehen. Während ich denen aber auch meistens aus dem Weg gehe, ist Philipp immer total auf Konfrontation aus. Seit seinem letzten Versuch, die Kakerlake mit einer Thermoskanne umzubringen, hat er es aber bisher aufgegeben sich mit ihnen anzulegen, denn obwohl die Kakerlake zum Schluss tot war, war auch die Thermoskanne am Ende sehr zerstört, weil er nicht berücksichtigt hat, dass die Kanne aus Glas ist. Die Küche war demzufolge also auch sehr mit Glassplittern übersäht.

Gestern Abend war ich dann mal wieder mit den anderen im Zanziba, der nächsten Disco hier in der Nähe. Nachdem wir dann heute Nacht um 2 Uhr ins Bett sind, sind wir dann heute Morgen mal in die Kirche in unserer Straße gegangen. Sie war zwar sehr anders als in Salima, aber mindestens genauso cool und gesungen und getanzt wurde trotzdem.

Das war es jetzt aber auch schon wieder von mir. Am Mittwoch kommen alle 31 Freiwillige ja zu uns ins Weltwärtshaus und abends ist dann Party in der deutschen Botschaft angesagt. Bin ich ja mal gespannt wie das wird, aber davon dann nächste Woche mehr.

Montag, 24. September 2012

Salima


Hallihallöchen, da bin ich auch mal wieder.
Nachdem ich mich ja jetzt schon länger nicht mehr gemeldet habe, habe ich dafür umso mehr Neuigkeiten. Wo fange ich denn am besten an?! Vielleicht erst mal beim etwas unerfreulichen Teil.
Als ich letzten Montag bei der Arbeit war, habe ich eine SMS von Renata bekommen, dass Julian und Steffen ein paar Tage nach Lilongwe kommen und mich quasi besuchen. Zuerst habe ich mich zwar gewundert, dass die beiden nicht arbeiten müssen, aber ich habe mich einfach riesig gefreut die beiden mal wieder zu sehen (und Besuch ist ja auch immer schön). Als ich dann aber nach Hause kam, saßen beide etwas deprimiert auf der Terrasse und erzählten mir schließlich, dass sie nur da sind, weil das Hostel in dem die beiden arbeiten, überfallen wurde. Zum spaßen war der Überfall aber wohl nicht, da sogar Waffen zum Einsatz kamen. Der Chef von Julian und Steffen wurde aufs brutalste zusammengeschlagen und geknebelt (der fand aber alles nicht so schlimm) und der Wächter wurde fast am Baum erhängt. Zudem wurden etwa 10 Mio. Kwacha geklaut sowie Autoschlüssel und andere Schlüssel. Zum Glück waren wenigstens Julian und Steffen zu diesem Zeitpunkt nicht bei der Arbeit, aber ihr Haus ist dennoch nur 200 Meter vom Hostel entfernt und somit wollten beide natürlich erst einmal raus aus Mua und in Lilongwe auf andere Gedanken kommen. Da ich von Dienstag bis Freitag dann auch noch krank war, war es super cool, dass ich nicht allein daheim rumsitzen musste, sondern Unterhaltung hatte. Am Donnerstag ging es mir eigentlich schon wieder ganz gut und deshalb habe ich beschlossen, mit den beiden Philipp im Wildlife Centre zu besuchen. Da haben wir uns dann die ganzen süßen Äffchen, den Leopard, die einäugige Löwin Bella, eine Python und so ein paar andere weniger wichtige Tierchen angeschaut.
Nachdem die beiden nun eine Woche bei uns waren, sind sie gestern morgen wieder zurück nach Mua und suchen sich dort (glaube ich) einen neuen Arbeitsplatz. Naja soviel erst einmal zum weniger positiven.

Jetzt aber gleich zu meinem richtig coolen Erlebnis :D 
Am Samstagmorgen um 7:15 Uhr habe ich mich, zusammen mit Philipp auf den Weg nach Salima gemacht um Leona und Madina zu besuchen. Wie schon gesagt sind wir um 7:15 an unserem Haus losgezogen, voll bepackt mit Zelt, Schlafsäcken, Isomatten und Rucksack. Gegen etwa 7:45Uhr kamen wir dann am Busdepot in Lilongwe an und mussten dann noch eine viertel Stunde warten, bis der Bus ganz voll war. Um 8 Uhr ging es also los. Circa 90 Minuten später kamen wir schließlich am Busdepot in Salima an. Von dort aus fuhren wir dann auf der Ladefläche eines Trucks noch etwa eine halbe Stunde nach Mackanzie, wo Leona und Madina wohnen. Mackanzie ist ein kleines Dorf und auch wenn es nicht wirklich auf dem Land ist, ist es doch um einiges ländlicher als in Lilongwe. Wir waren kaum vom Truck abgestiegen, als uns schon 3 Kindern entgegenrannten und uns zu dem Haus von Madina und Leona brachten.
 
Nachdem wir uns dann alle etwas unterhalten haben, sind wir so gegen 13 Uhr schließlich zum Malawisee gefahren, genauer noch nach Nsenga Bay. Zuerst sind wir per Anhalter ein Stück gefahren und schließlich noch ein riesen großes Stück mit dem Fahrradtaxi. Ein richtig witziges Erlebnis eigentlich. Man setzt sich einfach hinten auf einen eingebauten Sitz aufs Fahrrad drauf und der Typ vorne fährt. Nach einem längeren holprigen Weg sind wir dann endlich am See angekommen und ich will jetzt zwar keinen neidisch machen, aber ich kann nur so viel sagen: Es war traumhaft schön. Dort verbrachten wir also unseren Mittag und als wir gegen Abend zurückkamen, wartete schon Leonas und Madinas Nachbarin Patricia und hat uns alle zum Essen eingeladen. Es gab Nsima mit kleinen Fischen und Hühnchen. Die Fische sind so klein, dass man sie komplett ist mit allem drum und dran (Kopf, Flosse, Kräten) isst. Am Anfang musste ich mich zwar doch sehr überwinden diesen Fisch mit Kopf zu essen (die haben mich alle immer so böse angeschaut) aber nachdem ich dann einen probiert hatte muss ich im nach hinein zugeben, dass es wirklich richtig lecker schmeckt.
 
 Nachdem Philipp und ich dann eher eine schlaflose nacht im Zelt hatten, weil ständig Hunde gebellt oder Schweine gegrunzt haben, starteten wir am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder frisch und gut gelaunt in den Tag und gingen um 10 Uhr in die Kirche. Nachdem die erste viertel Stunde ähnlich ablief wie in einer deutschen Kirche, kam dann plötzlich und unerwartet ein richtig geiler und spannender Gottesdienst. Alle sangen und tanzten und das ganze wollte gar kein Ende mehr nehmen. Von Minute zu Minute wurde der Gottesdienst spannender und aufregender und hat richtig viel Spaß gemacht. Philipp und ich mussten sogar aufstehen und uns vorstellen bzw. wurden von Patricia  vorgestellt. Nach der Kirche stellten sich vor der Kirche alle in einen Kreis und man sagte jedem persönlich auf Wiedersehen.


 

Mittags waren wir dann wieder bei Patricia zum Essen eingeladen. Es gab wieder Nsima, dieses Mal aber mit Bohnen (die besten die ich je gegessen habe) und den kleinen Fischchen. Anschließend flechtete mir Patricia sogar noch die Haare, so dass ich richtig „afrikanisch“ aussehe. Danach mussten Philipp und ich dann aber auch schon wieder gehen, weil wir ja zurück nach Lilongwe mussten bevor es dunkel wurde.





Fazit: Das Wochenende war in jeder Hinsicht richtig richtig bombastisch. Das Leben in einem Dorf ist in keiner Weise vergleichbar mit dem in der Stadt, es kennen sich einfach alle, alle sind total hilfsbereit und freundlich und man wird sofort herzlich aufgenommen. Soll nicht heißen, dass es in der Stadt nicht auch so ist, aber in der Stadt lebt man einfach nicht so dicht aufeinander und man kennt sich untereinander nicht sonderlich gut. Und was ich auch noch sagen muss: Das war das erste Mal, dass ich Nsima gegessen habe und es nicht abartig eklig fand.

Ansonsten kann ich noch von unserer genialen Wette erzählen. Ruben, Rieke, Luise, Susi und ich haben um eine Pizza gewettet, wer eine Woche lang am billigsten Leben kann. Kurz gesagt heißt das, egal was man zu sich nimmt, muss aufgeschrieben werden mit Preis. Sich einladen lassen zählt nicht. Als Gewürz war nur Salz zugelassen.  Die Wette sollte von Samstagmorgen bis Freitagabend gehen, wurde aber von Ruben gestern Abend frühzeitig abgebrochen, weil er zum Essen eingeladen wurde und es nicht ablehnen konnte. Ich bin mir aber sicher, dass wir die Wette wiederholen werden. Gekauft habe ich mir für die Woche 500 Gramm Reis für 130 Kwacha. Ich weiß allerdings nicht, ob der mir für eine Woche ausgereicht hätte.

Naja das war es wieder einmal. Bis bald.

Mittwoch, 12. September 2012

Arbeitsplan


Grüß Gott ihr Lieben,
da bin ich mal wieder mit neuen Infos zu meinem Leben in Malawi.

Nachdem ich ja jetzt schon 2 Wochen bei der Arbeit quasi „planlos umhergeirrt“ bin und mich nirgends so wirklich zugehörig gefühlt habe, durfte ich mir jetzt schließlich aussuchen, wo ich das restliche Jahr über arbeiten möchte. Hier also mein neuer Arbeitsplan

Montag:
7:30 – 12:00 Uhr: Preschool (Vorschule) (mit den Kindern spielen, basteln, puzzlen etc.)

13:00 – 14:00 Uhr: bisschen Chichewaunterricht von meinen Arbeitskolleginnen

14:00 – 16:00 Uhr: Store (Kleidung und Spielsachen sortieren für die Weihnachtsgeschenke für die Kinder)

Dienstag:
8:00 – 12:00 Uhr: Behaviour Challenge Programme (mit Epilepsiekindern, körperl. Behinderten Kindern und „normalen Kindern“ spielen, singen und die Kindern gegen Mittag baden)

13:00 – 16:00 Uhr: School Programme (Schulunterricht für die älteren Kindern, bisschen Mathe und bisschen Englisch, nichts kompliziertes)

 
Mittwoch:
7:30 – 12:00 Uhr: Preschool
13:00 – 16:00 Uhr: Store

Donnerstag:
8:00 – 12:00 Uhr: Behaviour Challenge Programme

13:00 – 16:00 Uhr: School Programme




Freitag:
7:30 – 12:00 Uhr: Preschool

13:00 – 16:00 Uhr: Crisis Nursery (Neugeborene und Babys füttern, die Babys und Neugeborenen werden meist aus Krisensituationen herausgeholt, wenn die Eltern beispielsweise kein Geld haben um die Kinder zu versorgen oder die Eltern sich nicht zutrauen die Kinder großzuziehen)

 
Was es sonst noch neues gibt:
Fürs Erste wohnen Philipp und ich jetzt doch nicht alleine, da Susi noch ein paar Wochen hier bleibt, bis es ihrem Knie wieder besser geht (hatte glaub eine OP). Da Susi aber eigentlich in Kuti (bei Salima) arbeitet bekommt sie dieses Wochenende ihren Arbeitsplatz gezeigt und so wie es aussieht werde ich da vielleicht einfach mitgehen. Bei der Gelegenheit könnte ich nämlich gleich einmal den See begutachten und vielleicht sogar Madina und Leona besuchen und schauen, ob sie sich auch schon gut eingelebt haben.


Das wars aber auch schon wieder. Bis bald.

Sonntag, 9. September 2012

Kumbali Village


So da bin ich wieder mit Neuigkeiten :D

Heute war ich mit der neuen Gruppe nochmal in Kumbali Village und hab das gut englische Breakfast genossen. Nachdem wir wieder alles erkundet hatten und fleißig Souvenirs eingekauft haben (bisher darf sich meine Mami und meine Oma schon über ein Mitbringsel freuen), sind wir dann alle wieder zurück ins Weltwärtshaus. Bis auf Max, meinen symphatischen Mitbewohner Philipp und natürlich meine Wenigkeit haben sich dann doch alle für die Heimfahrt mit dem Auto entschieden und Max, Philipp und ich haben uns alleine auf den beschwerlichen Fußmarsch zum Haus gemacht. Zuerst sind wir einige Zeit durchs Hinterland gelaufen und haben die schöne Landschaft genossen. Nach etwa 30 Minuten sind wir dann in ein Dorf gekommen. Das erste das wir dort hörten, waren aufgeregte Kinderstimmen die alle nur ASUNGU (weiße Menschen) schrien. Die Erwachsenen schauten zwar etwas verwundert, grüßten uns aber alle sehr lieb auf Chichewa. Die Kinder haben sich rießig gefreut und standen alle vor ihren Häusern und haben gewunken, aber es haben sich nur wenige etwas näher zu uns herangetraut. Als wir wieder aus dem Dorf waren und endlich wieder geteerte Straße unter den Füßen hatten, ging ein rießen Hupen und Schreien los und dann kamen auch schon ettliche Autos um die Kurve gerast, vorne her ein Brautpaar. Also eigentlich geht es hier bei Hochzeiten genauso zu wie in Deutschland hatte ich das Gefühl. Als die Autos alle weg waren setzen wir auch gleich unseren Weg fort, vorbei am Präsidentenpalast, am Parlamentgebäude und vielen anderen schönen Sachen. Nach 3 Stunden Fußmarsch, Berg auf und Berg ab kamen wir dann durstig, verschwitzt und einfach nur fertig auch endlich am Haus an, wo die Anderen quasi schon auf uns warteten. Nach einer kalten Dusche und einem Durstlöscher waren wir dann auch schon wieder super in Form und verbrachten den restlichen Tag gechillt im Garten.

Tionana (bis bald)